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Gitarre spielen lernen für Anfänger*innen, das musst du wissen!

Die Gitarre ist eines der beliebtesten Instrumente überhaupt und gehörte während der Pandemie zu den Verkaufsschlagern. Was braucht es, bevor man als Anfänger loslegen kann? Welche Gitarre eignet sich am besten für mich und wieso lohnt sich Unterricht bei einer Musiklehrperson? Wir sind den wichtigsten Fragen auf den Grund gegangen und haben Andrea, unserem professionellen Gitarrenlehrer aus Zürich, ein paar interessante Fragen gestellt. Bevor wir richtig loslegen, welche Gitarren gibt es überhaupt? Grundsätzlich gibt es zwei Variationen von Gitarren. Die Akustische und die Elektronische. D.h. mit einem Resonanzkörper oder mit Tonabnehmern, welche die Schwingung der Saiten auf einen Verstärker übertragen und somit den Ton erzeugen. Verstanden! Wie unterscheidet man weiter? Es gibt drei verschiedene Arten von Gitarren. Die Klassische mit Nylonsaiten, die Western-Gitarre (auch Akustik oder Folk-Gitarre genannt), ähnlich wie die Klassische aber mit schmalerem Griffbrett und Stahlsaiten und eben die E-Gitarre, ebenfalls mit Stahlsaiten aber ohne Resonanzkörper. Natürlich gibt es noch ein paar verwandte Arten wie z.B. die Barrock-Gitarre oder die Familie der Lauten. Was eignet sich besser für einen Anfänger? Akustische- oder elektronisch Gitarren? Hier scheiden sich die Geister etwas. Meiner Meinung nach ist es nicht so entscheidend. Wichtig ist, wie man lernt und nicht mit welchem Instrument. Traditionell hat man mit der klassischen Gitarre angefangen, um die Hand zu stärken und dann auf die E-Gitarre gewechselt. Heute wird das nicht mehr so hart durchgesetzt. Hauptsache es macht Spass und man erzielt Lernerfolge! Ok, also keine klaren Vor- oder Nachteile? Der Verwendungszweck spielt natürlich auch eine gewisse Rolle. Eine klassische Gitarre kann man überall hin mitnehmen. Eine E-Gitarre braucht einen Verstärker, Kabel etc. Grundsätzlich können beide Instrumente leise gespielt werden, falls man keinen Ärger mit den Nachbaren möchte. Bei der E-Gitarre sind es spezielle Adapter beim Tonausgang und bei der klassischen schlägt man einfach etwas leiser an. Mit der akustischen Gitarre, ausser sie ist zusätzlich verstärkt mit einem Tonabnehmer, ist es schwieriger in einem Orchester zu spielen. Was braucht es als Grundausrüstung, um richtig loszulegen? Bei der akustischen Gitarre ist es sicher ein Gig-Bag, also die Transporttasche z.B. für den Unterricht, ein Plektrum, das kleine Plastikplättchen und evtl. ein Satz Ersatzsaiten für den Notfall. Bei der E-Gitarre kommt der Verstärker und ein spezielles Kabel zum Verstärker hinzu. Für beide lohnt sich der Kauf eines Kapodaster, eine Art Klemme für die Saiten. Damit lassen sich andere Tonlagen spielen. Den braucht es aber am Anfang nicht unbedingt. Welche Saiten muss ich kaufen? Unter Umständen lohnt es sich, den ersten Satz Gitarrensaiten aus der Fabrik zu wechseln. Je nachdem wie gut die Qualität ist oder wie lange die Gitarre schon im Regal stand. Die Saiten sind bei Konzertgitarren, E-Gitarre und Western-Gitarren unterschiedlich! Augen auf beim Kauf. Was macht eine gute Anfängergitarre aus? Eine gute Gitarre muss nicht unbedingt teuer sein, wer aber denkt, für CHF 130 kriegt man ein top Instrument, der wird vermutlich enttäuscht sein. Wichtig sind die Materialien, die Verarbeitung und wie sie eingestellt ist. Das kann sich stark auf den Lernerfolg auswirken. Z.B. die Saitenhöhe auch Action genannt. Mit CHF 300 – 500 Franken ist man sicher in einem guten Segment. Und ja, es lohnt sich die Gitarre vor dem Kauf in den Händen zu halten, also lasst euch im Laden beraten oder fragt eure Gitarrenlehrperson. Gitarre mieten oder kaufen? In den ersten Monaten zu mieten ist sicher eine gute Idee. Dann merkt man schnell, welche Gitarren einem besser liegen. Nicht alle sind gleich einfach zu spielen. Bei Kindern lohnt sich das evtl. auch, hier wächst der Körper und mit dem Körper auch die Gitarre. Spanische Gitarren sind meistens eine gute Wahl! Wie lange dauert es, bis ich Gitarre spielen kann? Das ist sehr unterschiedlich und hängt stark vom Engagement der Schüler*in und natürlich von der Lehrperson ab! Ein motivierte*r Schüler*in kann innerhalb eines Jahres enorme Fortschritte machen. Manchmal reichen 5 – 10 Minuten Übung pro Tag um signifikant besser zu werden. Und das wiederum ist entscheidend für die Motivation. Wenn man die berühmten ersten 90 Tage übersteht, geht plötzlich eine ganz neue Welt auf und Stücke, die unerreichbar schienen, werden plötzlich greifbar. Was lernt man bei einer Lehrperson, das man nicht auf YouTube oder mit einer App lernt? Ganz am Anfang ist eine Lernperson aus meiner Sicht ein Muss! Die Haltung, die Griffe und eine Lernstruktur sind entscheidend für den Erfolg und die Motivation. Wer bereits einmal etwas falsch gelernt hat, weiss, wie schwierig es ist, das wieder abzutrainieren. Das können Griffabfolgen sein, Handstellungen etc. die einmal falsch gelernt Konsequenzen haben können, für komplexere Abfolgen oder Lieder. Also nicht mit YouTube und App lernen? Ergänzend zum Unterricht mit einer Lehrperson macht das sehr viel Sinn! Ich selber setze beides ein im Unterricht. Somit hat man das beste beider Welten und die Schüler*innen eine wichtige Inspirationsquelle. Wie sieht’s mit virtuellem, also Online-Unterricht aus? Das funktioniert ziemlich gut. Die Pandemie hat das natürlich auch beschleunigt und die Technik für Ton- und Bildübertragung ist mittlerweile auch gut! Falls möglich ist eine hybride Form sicher sinnvoll. Also ab und zu in Person und je nach Bedarf online ergänzen. So lässt sich der Unterricht auch in einen vollgebuchten Arbeitstag gut integrieren. Eine gewisse Regelmässigkeit hilft sicher auch, damit man nicht stagniert und die erwünschten Lernerfolge erzielt. Muss ich Noten lesen können, um Gitarre spielen? Nein, das ist vor allem am Anfang grundsätzlich nicht nötig. Zuhören, Spielen und Wiederholen zusammen mit den nötigen Akkorden gibt schon sehr viel her. Trotzdem hilft es, wenn man nicht nur das Griffbrett versteht sondern auch etwas Noten lesen kann. Das macht eine völlig neue Welt auf, je besser man das Instrument beherrscht. Normalerweise kommt dieses Interesse automatisch aus dem Lernerfolg. Bei Kindern bestehe ich meistens nicht so sehr auf Noten, da stehen andere Dinge im Fokus. Wie sieht es bei Erwachsenen aus? Fällt denen das Lernen schwerer? Grundsätzlich nicht. Ich habe Schüler*innen, die im Alter angefangen haben und fantastische Ergebnisse erzielen. Man lernt etwas bewusster, weiss was man will. Das macht es etwas einfacher, auch für die Lehrperson. Was lernt man in einer Lektion mit dir? Kennenlernen steht im Zentrum, austauschen und Empathie füreinander entwickeln. Häufig steht auch eine erste Beratung im Zentrum bezüglich Kauf oder Miete des Instruments und grundsätzliche Fragen zum Unterricht. Bereits mit den ersten 5 Lektionen kann man viel erreichen. Im Zentrum stehen die richtige Körperhaltung, Technik der linken und rechten Hand und die ersten einfachen Melodien. Mit ein paar wenigen Akkorden lassen sich viele Lieder begleiten und plötzlich ist alles möglich. ☺

Gitarre spielen lernen für Anfänger*innen, das musst du wissen!

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