Atemberaubende Vielfalt: Der ultimative Guide für den Einstieg bei den Blasinstrumenten
- Oli Kipfer

- vor 5 Stunden
- 6 Min. Lesezeit
Die Welt der Blasinstrumente ist riesig und bietet für jeden Geschmack den passenden Sound. Doch wie findet man im Dschungel von Holz- und Blechinstrumenten das Richtige für sich oder das eigene Kind? Dieser umfassende Guide stellt dir die Top 10 Instrumente vor und hilft dir bei der perfekten Entscheidung.

Singen und Klatschen sind tief in uns verankert, doch gleich danach kommt in der Menschheitsgeschichte das Blasen in hohle Gegenstände. Wenn du oder dein Kind mit dem Gedanken spielt, ein Blasinstrument zu lernen, stehst du meist vor einem Berg voller Fragen. Welches Instrument passt zu mir? Ist das nicht wahnsinnig anstrengend für die Lunge? Und wie lernt man es heute am effizientesten? In diesem ausführlichen Ratgeber bringen wir Licht ins Dunkel und begleiten dich bei deinen ersten Schritten.
Die Geschichte: Vom Knochen zum Meisterwerk
Blasinstrumente gehören zu den ältesten Musikwerkzeugen der Menschheit. Bereits vor über 35'000 Jahren schnitzten unsere Vorfahren Flöten aus Tierknochen oder Mammutelfenbein. Ursprünglich dienten sie als Signalwerkzeuge bei der Jagd oder für spirituelle Rituale. Über die Jahrhunderte entwickelte sich die Handwerkskunst massiv weiter. Im Barock und der Klassik wurden die Instrumente aus Holz und Metall immer feiner gestimmt. Der grosse Durchbruch im modernen Instrumentenbau gelang im 19. Jahrhundert mit der Erfindung der Ventile für Blechblasinstrumente und komplexer Klappensysteme für Holzblasinstrumente. Plötzlich konnten Musiker*innen jede chromatische Note sauber und schnell spielen – der Weg in die modernen Orchester war geebnet.
Die Kategorisierung: Holz vs. Blech – Das ewige Missverständnis
Wer zum ersten Mal in ein Musikgeschäft läuft, stolpert unweigerlich über eine kuriose Einteilung. Warum gehört das goldglänzende Saxofon aus Messing zu den Holzblasinstrumenten, während die silberne Querflöte dort ebenfalls einsortiert wird?
Die Antwort liegt nicht im Material des Korpus, sondern in der Art der Tonerzeugung:
Holzblasinstrumente: Der Ton entsteht entweder durch eine schwingende Holzkante (wie bei der Block- oder Querflöte) oder durch ein vibrierendes Rohrblatt aus Bambus oder Schilf (wie bei Saxofon, Klarinette, Oboe oder Fagott).
Blechblasinstrumente: Hier gibt es kein mechanisches Hilfsmittel. Der Ton entsteht ausschliesslich durch die Lippen der spielenden Person, die in ein becherförmiges Mundstück gepresst werden und wie eine Saite vibrieren. Der Korpus aus Blech oder Messing verstärkt diesen Ton lediglich.
Die Top 10 Blasinstrumente für Einsteiger*innen im Überblick
Hier ist die erweiterte Übersicht der beliebtesten Instrumente für Anfängerinnen und Wiedereinsteigerinnen, sortiert nach ihrer Zugänglichkeit:

1. Blockflöte (Holzblasinstrument)
Der absolute Klassiker für den Einstieg ab ca. 5 Jahren. Sie benötigt wenig Luft, ist leicht zu transportieren und ideal, um Notenlesen und Rhythmusgefühl zu entwickeln.

2. Querflöte (Holzblasinstrument)
Beliebt in der Klassik und im Pop. Ab ca. 7 Jahren spielbar. Für kleinere Kinder gibt es Modelle mit gebogenem Kopfstück, um die Arme zu entlasten.

3. Klarinette (Holzblasinstrument)
Ein extrem vielseitiges Instrument, das im Jazz, der Klassik und der Volksmusik zu Hause ist. Einstieg ab ca. 8 Jahren, sobald die bleibenden Schneidezähne da sind.

4. Saxofon (Holzblasinstrument)
Der König des Jazz und Pop. Es ist für Erwachsene und Kinder (ab ca. 9 Jahren) relativ leicht zu erlernen, da man schnell erste, sauber klingende Töne erzeugt.

5. Trompete (Blechblasinstrument)
Das bekannteste Blechblasinstrument. Strahlend, laut und durchsetzungsstark. Ideal ab ca. 7 Jahren – oft gestartet auf einer kompakteren Taschentrompeten-Variante.

6. Posaune (Blechblasinstrument)
Einzigartig durch den Zuggurt anstelle von Ventilen. Sie erfordert ein gutes Gehör für die richtige Positionierung. Einstieg ab ca. 9 Jahren (Armlänge beachten!).

7. Kornett (Blechblasinstrument)
Eng verwandt mit der Trompete, aber etwas kürzer gebaut und weicher im Klang. Wegen der handlicheren Gewichtsverteilung perfekt für jüngere Kinder ab 7 Jahren.

8. Euphonium (Blechblasinstrument)
Der «kleine Bruder» der Tuba. Es klingt wunderschön warm, tief und voll. Da es leichter anspricht als eine Tuba, ist es ein genialer Einstieg in die tiefen Blechlagen ab ca. 9 Jahren.

9. Oboe (Holzblasinstrument)
Ein wunderschönes Instrument mit einem unverkennbaren, fast melancholischen Klang. Wegen des doppelten Rohrblatts erfordert sie etwas mehr Geduld und Feingefühl beim Ansatz (ab ca. 10 Jahren).

10. Fagott (Holzblasinstrument)
Das tiefe Fundament der Holzbläser. Für Kinder gibt es spezielle, leichtere «Fagottini». Ein faszinierendes Instrument für alle, die das Besondere suchen (ab ca. 9 Jahren).
Wie finde ich heraus, welches Blasinstrument zu mir passt?
Die Auswahl ist gross, doch mit ein paar gezielten Fragen an dich selbst oder dein Kind lässt sich der Kreis schnell einengen:
Welche Musikrichtung liebst du? Wenn dein Herz für Jazz, Funk oder Pop schlägt, bist du beim Saxofon oder der Trompete richtig. Liebst du klassische Orchestermusik oder epische Filmmusik, sind Querflöte, Klarinette, Horn oder Euphonium eine wunderbare Wahl.
Welchen Klangcharakter bevorzugst du? Magst du es hell, strahlend und im Rampenlicht (Trompete, Querflöte)? Oder liebst du die warmen, melancholischen und unaufdringlichen Töne im Hintergrund (Klarinette, Euphonium, Fagott)?
Wie wichtig ist dir die Lautstärke? Wer in einer hellhörigen Mietwohnung wohnt und nachts üben möchte, greift vielleicht eher zur Querflöte (für die es spezielle Dämpfer gibt) oder nutzt ein elektronisches Übungs-Saxofon. Eine Trompete lässt sich zwar dämpfen, verliert dann aber einen Teil ihres Spielgefühls.
Wie anspruchsvoll sind Blasinstrumente für den Körper?
Ein weit verbreitetes Vorurteil besagt, dass man für Blasinstrumente eine «Sportlerlunge» braucht. Das stimmt so nicht. Es geht beim Spielen weniger um rohe Muskelkraft oder Lungenvolumen, sondern vielmehr um die richtige Atemtechnik.
Beim Musizieren lernst du die sogenannte Zwerchfellatmung. Dabei wird die Luft tief in den Bauchraum geholt und kontrolliert wieder abgegeben. Das ist nicht schädlich, sondern im Gegenteil ein hervorragendes Training für die Lunge, die Sauerstoffsättigung und die allgemeine Körperhaltung!
Einzig der Ansatz – also die Koordination der Lippen- und Gesichtsmuskulatur – ist zu Beginn ungewohnt. Bei Blechblasinstrumenten wie der Trompete ermüden die Lippen anfangs nach 15 bis 20 Minuten. Das ist völlig normal und vergleicht sich mit einem kleinen Muskelkater. Holzblasinstrumente wie das Saxofon verzeihen hier zu Beginn etwas mehr und erzeugen schneller Erfolgserlebnisse.

Ab wann können Kinder starten? Und gibt es Sondergrössen?
Für den erfolgreichen Start bei Kindern müssen zwei Faktoren erfüllt sein: die physische Grösse (kommen die Hände an die Klappen?) und die Zahnentwicklung (die bleibenden Schneidezähne sollten idealerweise vorhanden sein).
Dank moderner Instrumentenbauer müssen Kinder heute nicht mehr warten, bis sie komplett ausgewachsen sind. Es gibt fantastische Kindergrössen und Modifikationen:
Querflöten mit gebogenem Kopfstück: Verkürzen den Hebelweg, sodass auch kleine Arme alle Klappen mühelos erreichen.
Kinder-Klarinetten und Kindersaxofone: Diese sind aus leichteren Materialien gefertigt und haben enger beieinanderliegende Klappen für kleinere Hände.
Taschentrompeten: Haben die gleiche Rohrlänge wie eine grosse Trompete, sind aber enger gewickelt, wodurch sich der Schwerpunkt näher am Körper befindet.
Wie lernt man diese Instrumente am besten?
Es gibt heute verschiedene Wege, ein Blasinstrument zu erlernen. Jeder Weg hat seine Vor- und Nachteile:
Der klassische Weg: Musikschule vor Ort
Traditionelle Musikschulen bieten oft eine solide Grundausbildung. Allerdings ist man hier an Semesterstrukturen, Ferienzeiten und oft auch an feste Unterrichtsorte gebunden. Für vielbeschäftigte Erwachsene oder Familien mit vollgepackten Terminkalendern ist das nicht immer vereinbar.
Der flexible Weg: Private Musiklehrpersonen
Das Lernen mit einer privaten Lehrperson kombiniert das Beste aus zwei Welten. Du erhältst eine professionelle Eins-zu-eins-Betreuung, bei der die Lehrperson genau auf dein Tempo, deine Anatomie (Ansatz!) und deine Musikwünsche eingeht. Zudem bist du bei modernen Plattformen zeitlich flexibel und kannst den Unterricht perfekt in deinen Alltag integrieren.
Kann man Blasinstrumente per App oder YouTube lernen?
Für den allerersten Eindruck mag ein Video helfen. Bei Blasinstrumenten ist die Autodidaktik per App jedoch nicht zu empfehlen. Da man Fehler bei der Atmung, der Lippenspannung oder der Fingerhaltung selbst nicht im Spiegel sieht oder spürt, schleifen sich schnell Fehlhaltungen ein. Im schlimmsten Fall führt das zu Verkrampfungen oder Frust, weil kein schöner Ton entstehen will. Ein professionelles Auge in den ersten Monaten spart enorm viel Zeit.

Kosten für Kauf, Miete und Unterhalt
Ein neues Instrument direkt zu kaufen, kann das Budget belasten. Für Einsteiger*innen und Kinder im Wachstum empfiehlt sich deshalb fast immer das Modell «Miet-Kauf». Dabei mietest du das Instrument für einen monatlichen Betrag, der bei einem späteren Kauf voll oder teilweise angerechnet wird.
Für erstklassige Beratung und flexible Mietmodelle in der Schweiz arbeitet man am besten mit etablierten Fachpartnern zusammen:
Holzblasinstrumente: Spezialisten wie Musik Spiri bieten exzellente Instrumente und hauseigene Werkstätten.
Gesamtsortiment: Schweizer Traditionsbetriebe wie Musik Hug verfügen über riesige Mietlager vom Einsteiger- bis zum Profimodell.
Kostenbeispiele im Überblick:
Miete: Ein gutes Einsteiger-Saxofon, eine Klarinette oder eine Trompete kostet in der Miete etwa CHF 50.– bis CHF 80.– pro Monat.
Kauf: Solide Schülerinstrumente starten ab ca. CHF 1000.– (Querflöte) bis CHF 1'500.– (Saxofon). Von Billigimporten aus dem Supermarkt für CHF 150.– ist dringend abzuraten, da diese oft nicht stimmbar und kaum reparierbar sind.
Fazit: Atme tief durch und leg los!
Egal ob Holz oder Blech, ob jung oder alt: Blasinstrumente bringen Menschen zusammen. Sie sind das Herzstück jeder Big Band, jedes klassischen Orchesters und natürlich der Schweizer Vereins- und Guggenmusik. Der Einstieg ist dank flexibler Mietmodelle extrem hürdenfrei und die körperliche Belastung entpuppt sich bei richtiger Technik als gesundes Ganzkörpertraining. Lass dich nicht von Klappen und Ventilen einschüchtern – das Atmen liegt dir schliesslich im Blut!
Bereit für deinen ersten Ton?
Möchtest du herausfinden, welches der Top 10 Blasinstrumente perfekt zu dir oder deinem Kind passt? Unsere erfahrenen Musiklehrpersonen unterstützen dich von der ersten Atemübung an, helfen dir bei der Auswahl des passenden Mietinstruments und begleiten dich mit viel Geduld.
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Quellenverweise & weiterführende Informationen:
Historische Entwicklung: Deutsches Museum – Geschichte der Blasinstrumente
Physiologie und Atmung: Freiburger Institut für Musikermedizin – Atmung bei Bläsern
Instrumentenkunde und Altersempfehlungen: Verband Schweizerischer Musikschulen (VSM) – Instrumentenberatung









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