Saxophon spielen lernen für Anfänger*innen – das ist für dich wichtig

Aktualisiert: 2. Juni

Es ist ein Instrument, das schon beim ersten Hören imposant klingt – das Saxophon. Vielfach wird es dem Jazz zugeordnet, aber auch in anderen Kompositionen erklingt es. Überlegst du gerade, ob du auch Saxophon lernen möchtest? Dann könnten dir einige Fragen im Kopf herumgehen und damit bist du nicht alleine. Wir haben uns hier einigen dieser spannenden und wichtigen Fragen gewidmet.

Saxofon spielen
Das Saxophon - eines der jüngeren Blasinstrumente

Welche Saxophone gibt es?

Die Familie der Saxophone ist gross. Am häufigsten werden dir aber diese vier Modelle begegnen: Sopran-Saxophon, Alt-Saxophon, Tenor-Saxophon und Bass-Saxophon. Du kannst dir die Tonhöhen etwa vergleichbar mit den Gesangssstimmlagen von Frauen- und Männerstimmen vorstellen. Und obwohl die Tonlagen gar nicht besonders weit voneinander entfernt liegen – das Sopran-Saxophon spielt beispielsweise nur eine Oktave höher als das Tenor-Saxophon – klingen diese vier Instrumente grundsätzlich sehr unterschiedlich. Generell zählen Saxophone zu den sogenannten transponierenden Instrumenten. Das bedeutet, dass ein anderer Ton erklingt, als notiert wird. Aus diesem Grund wer-den alle Saxophonnoten, inklusive Tenor- und Bass-Saxophon im Violinschlüssel notiert.


Aus welchem Material bestehen Saxophone?

Das Saxophon besteht in der Regel aus einem normalen Messing-Material. Früher wurde die Oberfläche klar lackiert und die Mechanik wurde vernickelt. Heutzutage werden die meisten Instrumente goldlackiert, was den Klang erheblich verbessert. Trotzdem zählt das Saxophon zu den Holzblasinstrumenten. Anders als bei anderen Holzblasinstrumenten entscheidet das eingesetzte Metall über die Klangeigenschaften und die Qualität des Klangs. Fällt der Kupferanteil höher aus, klingt das Saxophon weicher.


Aus welchen Bestandteilen besteht ein Saxophon?


Alle Saxophone bestehen aus:

  • einem Mundstück, das man auch Schnabel nennt – es ist mit einer Ligatur oder Klammer versehen und hat zudem ein Blatt und eine Schutzkapsel

  • einem S-Bogen, der auch Schwanenhals genannt wird – er enthält eine Oktav-klappe und fällt bei jedem Saxophon unterschiedlich gross aus, lediglich bei Sopranino-Saxophonen und einfachen Sopran-Saxophonen fehlt dieses Teil.

  • Korpus mit Schalltrichter, der auch Becher genannt wird und auf dem die Mechanik montiert ist.

Diese Teile kannst du auseinandernehmen, zum Beispiel, wenn du dein Saxophon reinigen möchtest.

Der Erfinder des Saxophons

Wann wurde das Saxophon erfunden?

Im Vergleich zu anderen klassischen Instrumenten, die wir kennen, gehört das Saxophon zu den jüngeren Erfindungen. Erste Instrumente konstruierte Adolphe Sax, der, wie du dir schon denken kannst, auch der Namensgeber ist, vor etwa 170 Jahren. Er spielte das Instrument dann auch. Heutzutage sind es vor allen Dingen der beeindruckende Klang und die Vielfältigkeit im Sound, die Saxophon-Liebhaber*innen besonders im Bereich Jazz und Popularmusik begeistern.


Welches Saxophon ist am besten für Anfänger*innen geeignet?

Für Kinder empfehlen wir, dass du mit einem Alt-Saxophon beginnst, Saxophon zu lernen. Bei Erwachsenen schlagen wir das Tenor- oder das Alt-Saxophon vor. Das liegt vor allen Dingen am Gewicht. Denke daran, dass ein Tenor-Saxophon bei etwa 5 bis 6 Kilo liegen kann. Dieses Gewicht trägst du beim Üben und beim Spielen um den Hals. Das Alt-Saxophon ist ein wenig leichter zu handhaben als ein Tenor-Saxophon. Deshalb empfehlen wir es besonders für Kinder.


Vielleicht fragst du dich, warum wir nicht das Sopran-Saxophon für Anfänger*innen empfehlen. Das liegt einfach daran, dass die „Extrem-Lagen“ für Einsteiger*innen ein wenig schwerer zu spielen sind. Das könnte dich frustrieren. Du musst es dir ja nicht zusätzlich schwer machen. Die gute Nachricht lautet: Alle Saxophon-Griffe sind gleich. Wenn du also einmal gelernt hast, das Alt-Saxophon zu spielen, kannst du jederzeit ohne Probleme auf ein anderes Saxophon umsteigen. Dann musst du nämlich nur noch deine Klangvorstellung und ein wenig deinen Ansatz anpassen. Schon kannst du theoretisch jedes Saxophon spielen.


Ab welchem Alter kann man Saxophon lernen?

Wir empfehlen, ab einem Alter von 8 Jahren Saxophon zu lernen. Dann passen die körperlichen Proportionen, die Kraft und die allgemeinen Voraussetzungen am besten. Denn ein wenig Konzentration brauchst du schon, um den Ansatz, also die Mundhaltung beim Spielen, zu lernen.

Ab welchem Alter Saxophon lernen

Ich träume schon lange davon, einmal Saxophon zu spielen – bin ich nicht schon zu alt dafür?

Das Tolle am Saxophon ist, dass es relativ leicht ist, schöne Töne damit zu produzieren. Und es ist ein wunderbares Instrument, das Erwachsene lernen können. Denn dann hast du schon einige klangliche Beispiele im Kopf und es wird dir leichtfallen, eine Klangvorstellung für dein eigenes Spiel zu entwickeln.


Was kostet ein Saxophon?

Wenn du dich am Markt umsiehst, wirst du in letzter Zeit einige Billig-Produkte aus China entdecken. Von diesen Angeboten möchten wir dir dringend abraten. Sie funktionieren zwar, fallen aber im Klang stark ab. Sie können einfach nicht mit den Marken-Modellen mithalten. Die Erfahrung zeigt, dass solche auf Masse produzierte Instrumente meist schon nach nur einem Jahr erste Mängel zeigen. Eine Reparatur lohnt sich in der Regel nicht.


Kalkuliere ab 800 CHF für die Anschaffung eines ordentlichen Saxophons ein. Du kannst auf Gebrauchtbörsen manchmal gute Schnäppchen machen. Idealerweise nimmst du dir einen geübten Saxophon-Spielenden mit, der den Klang vor Ort gut beurteilen kann.

Wir empfehlen, dir als Einsteigermodell ein Saxophon von Yamaha oder Jupiter zu kaufen, denn diese Marken bieten auch schon im Einsteigerbereich eine schöne Qualität.


Muss ich mir direkt ein Saxophon kaufen?

Nein, das ist nicht nötig. Du kannst dir sehr gut auch ein Saxophon mieten. Dann hast du den Vorteil, dass du das Instrument für dich ausprobieren kannst und beurteilen kannst, ob du überhaupt wirklich dabei bleiben möchtest. Deine Entscheidung kannst du damit etwas vertagen. Am besten sprichst du deine Lehrperson an, die dich dahingehend beraten kann, welches Modell und welcher Service am besten für dich geeignet ist.


Auf was sollte ich beim Kauf eines Saxophons besonders achten?

Ein besonderes Augenmerk beim Kauf eines Saxophons verdient das Mundstück. Die mitgelieferten Mundstücke sind gerade für Einsteiger in der Regel gut geeignet, weil sie einen anständigen Ton produzieren, ohne dass du dich sehr stark anstrengen musst. Du wirst irgendwann feststellen, dass du anspruchsvoller wirst und dich auf die Suche nach einem anderen, eventuell besseren Mundstück machen. Damit begibst du dich auf die Reise, auf der die meisten Saxophon-Spieler*innen sind und sie hört eigentlich auch nie auf.

Tatsache ist: Das Mundstück entscheidet massgeblich über den Sound, den du produzieren kannst. Ein gutes Mundstück sorgt dafür, dass du den Ton entspannt an-sprechen kannst. Entscheidend für deine Wahl ist, dass es gut in deinem Mund liegt und zu deiner individuellen Klangvorstellung passt.

Ein tolles Blasinstrument, das Saxophon

Aus welchem Material besteht das Mundstück?

Hier stehen verschiedene Materialien zur Auswahl: Metall, Kautschuk und Kunststoff. Nur selten werden Keramik oder Holz eingesetzt. Metall steht dabei für einen eher lauteren und schärferen Sound. Wenn du gerne relativ kernig spielst, solltest du dich für dieses Material entscheiden.

Kautschuk steht für einen warmen, vollen Sound.


Was sind die wichtigsten Schritte beim Saxophonspielen?

Wie bei allen anderen Instrumenten auch, musst du dich entscheiden. Wenn du dich für das Saxophon entschieden hast, geht es ans Üben. Und hier gilt, was immer gilt: Regelmässigkeit ist der entscheidende Faktor. Wenn du deine Mundhaltung, die für die Ansprache des Tons entscheidend ist, trainieren möchtest, solltest du im Idealfall täglich üben.


Vielleicht machst du dir auch Gedanken, ob du viel Atem zum Spielen brauchst: Es geht nicht um das Aufwenden von Kraft. Es geht um die richtige Technik, die dir deine Lehrperson vermittelt. Saxophon spielen bedarf Übung, ist aber nicht anstrengen-der als andere Instrumente. Wenn du dir Sorgen machst, dass du zu schlechte Lungen hast, gibt es noch eine gute Nachricht: Selbst bei diversen Lungenerkrankungen wird das Spielen eines Blasinstruments als eine Art „Training“ sogar empfohlen. Frag dazu am besten deine medizinische Vertrauensperson.


Zum regelmässigen Üben gleich noch ein Geheimtipp: Kauf dir am besten gleich einen Saxophonständer, denn dann kannst du dein Saxophon immer draussen lassen und es wird dir umso leichter fallen, zu deinem Instrument zu greifen. Wenn du das Saxophon jedes Mal komplett neu zusammenbauen musst, wirst du dich vielleicht nicht dafür entscheiden, wenn du nur ein paar Minuten zur Verfügung hast. Nur das Mundstück solltest du wirklich jedes Mal abnehmen, sonst verschleisst sich der Kork zu schnell.


Platziere deine Noten vernünftig. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht merkwürdig, aber wenn du nicht gerade stehen kannst, gewöhnst du dir eine schlechte Spielhaltung an und das wird sich früher oder später auf deine Spielqualität niederschlagen. Ausserdem musst du dir diese schlechte Haltung dann mühevoll wieder abtrainieren.

Fingerhaltung beim Saxophonspielen

Als Erstes übst du am besten die richtige Mundhaltung. Dein Mund muss das Mundstück wirklich umschliessen. Das kann dir deine Lehrperson am besten zeigen. Als kleinen Trick kannst du dir merken, dass du dir vorstellst, dass du gleich unter Wasser die Luft anhalten möchtest und dafür stark einatmest. Atme kräftig ein und blase dann kräftig in das Mundstück. Nach ein paar Anläufen sollte da ein erster Ton her-auskommen.Wenn das klappt, kannst du das Mundstück auf das Saxophon setzen und ohne einen besonderen Griff in das Instrument blasen. Diese Vorgehensweise nimmt den Druck raus, weil du ja noch nicht das Instrument trägst, sondern einfach ein bisschen vor dich hin probierst.


Als nächsten Schritt empfehlen wir längere Töne. Das klingt vielleicht langweilig, aber es geht darum, dass du einen gleichmässigen Sound produzierst. Auf diese Weise gewinnst du die Kontrolle über deine Tonlage. Merke dir als Grundregel, dass du jedes Mal, wenn du übst, 3 oder 4 lange Töne spielst. Achte zuerst darauf, in einer Lautstärke einen wirklich gleichmässigen Ton ohne wackelige Töne zu produzieren. Dann kannst du mit der Lautstärke experimentieren und auch hier wieder lange, gleichmässige Töne spielen.


Weiter geht es mit Tonleitern. Auch das klingt noch nicht besonders spannend, bildet aber eine gute Grundlage für dein weiteres Spiel. Jetzt wird es spannend: Suche dir Stücke zum Spielen heraus. In einer Band gibt es da Vorlagen oder du fragst deine Lehrperson nach geeigneten Stücken. Und dann musst du einfach weiter üben. Ja, das haben wir oben schon erwähnt, aber es ist und bleibt das Geheimnis zum Erfolg, wenn du Saxophon lernen möchtest.


Wenn du noch Fragen hast, zögere bitte nicht, Kontakt zu einer unserer Lehrpersonen aufzunehmen. Dabei kannst du herausfinden, ob das Saxophon wirklich das Instrument ist, das du spielen möchtest

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