Musikalische Früherziehung – ist es das Richtige für dein Kind?

Aktualisiert: 26. Mai

Wenn du dein Kind an die Musik heranführen möchtest, fragst du dich vielleicht, wie andere auch, welches Instrument überhaupt das Richtige für dein Kind ist. Denn natürlich möchtest du es nicht überfordern, andererseits soll es dem Nachwuchs auch Spass machen. Auch eine musikalische Förderung an sich wäre etwas Schönes. Aber wie kann genau das gelingen? Wir haben einige Fragen zum Thema musikalische Früherziehung für dich beantwortet.

Musikalische Früherziehung - Kind mit Eltern
Musikalische Früherziehung - Hauptsache es macht Spass!

Was bedeutet eigentlich musikalische Früherziehung?

Der Begriff musikalische Früherziehung klingt auf den ersten Blick nach einem strengen Lehrplan und ehrgeizigen Eltern. Dabei fasst der Ausdruck einfach das Sammeln erster musikalischer Erfahrungen zusammen. Das kann ganz unterschiedlich geschehen. Schliesslich geht es um einen allerersten Zugang zum Thema Musik. Da soll neben dem Spass auch ein bisschen Rhythmus und das Erzeugen von Klängen, vielleicht auch Singen vermittelt werden. Die Gestaltung der musikalischen Früherziehung ist nicht fest reguliert und so hat jede Lehrperson die Freiheit, ein eigenes Programm auf die Beine zu stellen. Die Kunst besteht für Eltern also darin, die richtige Lehrperson für das eigene Kind zu finden. Welches Programm wird angeboten und welches passt zu meinem Kind? Das sind die Fragen, die ihr euch stellen könntet.

Mein Kind ist noch klein – ab welchem Alter ist musikalische Früherziehung überhaupt möglich?

Tatsächlich gibt es bereits Angebote für musikalische Früherziehung für die Kleinsten, also ab etwa einem Jahr. Hier lohnt es sich, Kontakt mit der gewünschten Lehrperson aufzunehmen und sich zu besprechen. Denn die Lehrpersonen haben einen guten Überblick darüber, ob ihr Angebot zum Wunsch der Eltern passen könnte. Gerade für so kleine Kinder eignen sich am besten Eltern-Kind-Gruppen, weil die Kinder sich noch nicht so einfach von den Eltern trennen können und weil der Aufsichtsaspekt bei den Eltern bleiben sollte. In der Regel beginnt die musikalische Früherziehung aber im Kindergartenalter, also mit 3 bis 4 Jahren. Einen starken Wandel gab es beim Ende der musikalischen Früherziehung. War früher mit Schulbeginn Schluss, ist es jetzt durchaus auch möglich, älteren Kindern, also etwa im Alter von 7 bis 8 Jahren noch einen ersten aktiven Kontakt zur Musik zu geben.

Wir haben keinen Platz in einer öffentlichen Musikschule gefunden – was können wir jetzt tun?

Wenn dein Kind keinen Platz an einer öffentlichen Musikschule bekommen hat, bedeutet das nicht, dass es keinen Musikunterricht bekommen kann. Genau dafür sind wir da – wir können mit unseren Lehrpersonen flexibel reagieren und genau solche Engpässe auffangen. Nimm am besten direkt Kontakt auf.

Welche Bereiche umfasst die musikalische Früherziehung (MFE)?

Obwohl der Begriff musikalische Früherziehung nicht reguliert ist, gibt es doch einige Elemente, die sich für den ersten Kontakt mit der Musik etabliert haben. Dazu gehören:

Singen: Meist sind es bekannte Lieder, die geübt werden. Dadurch sollen die Kinder ihre Stimmen erkunden und entwickeln.

Tanzen und Bewegen: Viele Kinder drücken ihre Freude an der Musik durch Bewegung aus – erstes Tanzen. Die Lehrperson wird diesen freien Ausdruck fördern und auch erste Tanzschritte einführen und so eine Idee geben, was alles möglich ist.

Instrumentenkunde: Ohne starre Lehrpläne zu verfolgen, sollen die Kinder einige Instrumente kennenlernen. Dadurch können sie unter Umständen auch eine Idee bekommen, welches Instrument sie später einmal erlernen möchten.

Hören: In der Musik geht es sehr viel um das Gehör. Je besser das Gehör geschult ist – ohne Druck aufzubauen – desto leichter haben es die Kinder später, zu musizieren. Sie lernen mitunter auch neue Klänge kennen und erweitern so ihren Horizont. Besonders geht es um das Heranführen an klassische Klänge, für die sich Kinder oft sehr gut begeistern lassen.

elementares Instrumentenspiel: Natürlich geht es nicht nur um theoretische Aspekte, sondern selbstverständlich auch um das Selbst-Tun. Dazu bedient sich die musikalische Früherziehung gerne rhythmischen Instrumenten wie der Rassel, dem Tamburin und anderen, aber auch dem Glockenspiel.

elementare Gehörbildung: Spielerisch werden die Kinder an das Thema Gehörbildung herangeführt. Dazu eignen sich kleine Klangspiele, bei denen es um das Einordnen von Gehörtem geht.

elementare Notenkunde: Altersgerecht kann ein erstes Heranführen an Noten erfolgen. Dabei ist es nur logisch, dass gerade sehr kleine Kinder wirklich spielerisch herangeführt werden müssen. Oft wird hier mit Farben gearbeitet, die das Verständnis erschliessen.

Improvisation: Auch die Fantasie der Kinder wird gefördert. Sie dürfen ihre eigenen Ideen einbringen und die Lehrperson nimmt die Kinder mit auf musikalische Reisen.

Klatschend Musik entdecken

Erfolgt die musikalische Früherziehung im Einzelunterricht oder in Gruppen?

Das hängt schlicht und ergreifend vom Konzept der Lehrperson ab. Es gibt Lehrpersonen, die gerne Gruppen von Kindern zusammenfassen. Andere unterrichten gerade ältere Kinder auch im Einzelunterricht. Das ist besonders dann zu empfehlen, wenn die Wahl des Instruments bereits feststeht. Hier lohnt es sich, eine Beratung durch eine Lehrperson in Anspruch zu nehmen, die einen guten Überblick hat und durch die passenden Fragen helfen kann, das Richtige für das Kind zu wählen.

Warum sollte mein Kind überhaupt eine musikalische Früherziehung besuchen?

Musik wirkt auf die Stimmung ein, das weiss jeder, der sich schon einmal durch ein Lied an den letzten Urlaub erinnert fühlte und sofort entspannt war. Der erste Kontakt zur Musik kann deinem Kind daher ganze Horizonte des Ausdrucks eröffnen. Untersuchungen konnten zeigen, dass eine musikalische Vorbildung, gerade auch im spielerischen Umfeld einer musikalischen Früherziehung noch viel mehr bringen kann als nur das Vermitteln musikalischer Fähigkeiten:


andere Kulturen: Durch die Musik in Sprache, anderen Traditionen, dem Tanz und fremden Rhythmen kommen Kinder ganz intuitiv in Kontakt mit anderen Kulturen. Denn Musik, so weiss es schon der Volksmund, verbindet uns miteinander. Diesen Aspekt nutzt die musikalische Früherziehung.

soziales Wachstum: Musik erfordert vielfach Interaktion und das lernen Kinder im gemeinsamen Musizieren. Sie stellen sich ganz einfach auf die anderen Kinder ein und achten darauf, ein Teil des grossen Ganzen zu werden. Die Musik ermöglicht es ihnen, sich auf eine neue Art auszudrücken.

Rhythmus: Dieser Aspekt wirkt sich auf viel mehr als nur das Musizieren an sich aus. Die Kinder verbessern durch das Einhalten eines bestimmten Rhythmus auch verstärkt ihre eigene körperliche Koordination. Bei vielen Kindern wirkt sich das neben den körperlichen Aspekten auch auf die Sprache aus.

Improvisation: Durch diesen Bereich der musikalischen Früherziehung lernen Kinder, neue Lösungen für Problemstellungen zu erarbeiten. Denn sie verlassen allzu gewohnte Denkmuster und werden offen für neue Lösungen. Das kann sich positiv auf das gesamte Leben auswirken.

Musik lernen - mit oder ohne Notern

Mein Kind weiss schon, welches Instrument es erlernen möchte – wie sieht es dann mit der musikalischen Früherziehung aus?

Viele Lehrpersonen sind gerne bereit, Aspekte der musikalischen Früherziehung in ihren Unterricht einfliessen zu lassen. Schliesslich geht es ja auch um das Vermitteln von Gehör, Rhythmus und Notation. All diese Punkte bilden dann die Grundlage des wirklichen Erlernens eines Instruments. Insofern besteht die erste Lernphase ohnehin aus einer musikalischen Früherziehung, die heutzutage gerne auch freier als „musikalischer Elementarunterricht“ bezeichnet wird und genau diesen Punkt beinhaltet: Kinder, aber teils auch Erwachsene lernen, was alles zum Musizieren dazugehören kann und wie sie diese Fähigkeiten ausprägen können. Hier lohnt es sich, Kontakt zu einer Lehrperson aufzunehmen, um die nächsten Schritte zu besprechen.

Mein Kind ist noch unsicher, ob es wirklich ein Instrument lernen möchte – können wir Probelektionen bekommen?

Wir bieten ein attraktives Probepaket an – in diesem bekommst du 3 Lektionen zum Preis von 2 Lektionen. Dadurch bekommt dein Kind einen wunderbaren Einblick in das Instrument und auch einen Eindruck von der Lehrperson. Stimmt die Chemie? Könnt ihr euch eine Zusammenarbeit vorstellen? Von da aus könnt ihr weitermachen oder eben weiter suchen.

Wie viel Übezeit sollte ich pro Woche für mein Kind einplanen?

Bei der musikalischen Früherziehung geht es in erster Linie um das Vermitteln vom Spass an der Musik. Da gibt es noch keine strikten Hausaufgaben, die die Kinder in der nächsten Woche abzugeben haben. Vielfach gibt es Inspirationen, die die Kinder automatisch mit nach Hause nehmen und die dort auch weiter verarbeitet werden. Insofern musst du keine starre Übezeit einplanen und die Kinder „üben“ von alleine, indem sie die gehörten Lieder vor sich hin summen und den Rhythmus, den sie gelernt haben, weiter verarbeiten. Dieser Ehrgeiz entsteht von alleine, wenn es um das gemeinsame Musizieren geht. Das kennst du sicher auch vom Kindergarten – möchtest du deinem Kind also Unterstützung bieten, dann bring es einfach zur musikalischen Früherziehung und höre ihm danach aufmerksam zu. Das trägt viel zum Verarbeiten des Gelernten bei.

Spass und Spiel bei der Musik

Wie lange geht die einzelne Lektion?

Das ist abhängig davon, was mit der Lehrperson vereinbart wurde. Es gibt Lektionen von 30, 45, 60 und 90 Minuten. Die Dauer der einzelnen Lektion richtet sich einerseits nach dem Angebot, aber auch nach dem Alter des Kindes. Denn ein dreijähriges Kind kann sich natürlich noch keine 90 Minuten auf ein Instrument konzentrieren. Hier erfolgt die Absprache mit der Lehrperson, so dass dein Kind gefördert, aber nicht überfordert wird.

Braucht mein Kind ein eigenes Instrument?

Das hängt natürlich ein wenig davon ab, welche Unterrichtsform ihr auswählt. Bei einem Einzelinstrument kann es sinnvoll sein, ein Instrument zu Hause zu haben. Aber das muss nicht direkt gekauft sein. Lass dich am besten von der Lehrperson beraten, die weiss, bei welchem Anbieter das Instrument gemietet werden kann. Dann müsst ihr euch nicht direkt zum Kauf entscheiden, aber dein Kind kann erste Erfahrungen am Instrument sammeln. Eine Entscheidung ist dann einfach später möglich. Gerade bei der klassischen musikalischen Früherziehung sind eigene Instrumente nicht erforderlich, denn diese werden im Unterricht gestellt.

Viele Eltern entscheiden sich dennoch, ein kleines Repertoire an Rhythmusinstrumenten anzuschaffen, um dem Kind auch zu Hause Ausdrucksmöglichkeiten zu geben. Dann kann es sich selbst entscheiden, ein wenig auszuprobieren. Wenn du unsicher bist, befrage einfach die Lehrperson, die dich hier hervorragend beraten kann. Wenn du noch weitere Fragen hast, zögere bitte nicht, Kontakt aufzunehmen.

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