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„Mit Dirigenten proben“: Wie e-vocal.academy den Gesangsunterricht revolutioniert

Wie bereitet man sich professionell auf den Opernbetrieb vor, wenn der Kontakt zu Dirigenten im Studium oft fehlt? Opernsänger und IT-Experte Jens Waldig hat mit seiner Plattform eine Lösung geschaffen, die hochwertiges Lernmaterial und innovative Dirigentenvideos kombiniert. Im Interview erklärt er, wie klassischer Gesangsunterricht durch digitale Tools praxisnäher wird und warum diese Vorbereitung den persönlichen Unterricht zwischen Lehrer und Schüler sogar noch wertvoller macht.


Jens Waldig - E-Vocal Academy
Jens Waldig - Gründer von E-Vocal Academy

Jens, wer bist du und was war der Auslöser für die Gründung der e-vocal Academy?

Ich habe Wirtschaftsinformatik und klassischen Gesang studiert und war als Solist an Häusern wie der Wiener Staatsoper oder dem Staatstheater Nürnberg tätig. Aus diesem Mix entstand das EU-Projekt „e-vocal.academy“. Die Idee: hochwertiges digitales Lernmaterial (Dirigentenvideos, Korrepetition, Texte) zu erstellen, das Sänger*innen praxisnah unterstützt.


Mich wunderte oft, dass Studierende kaum Kontakt zu Dirigentinnen haben, obwohl diese am Opernhaus die Hauptverantwortung tragen. Unsere Dirigentenvideos schließen diese Lücke. Das gemeinsame Atmen und Musizieren mit dem Video schafft eine neue, intuitive Lernerfahrung und bereitet optimal auf die Praxis vor – als Ergänzung zum Unterricht und in Absprache mit den Pädagoginnen.


Wie funktioniert deine Plattform genau?

Ein Beispiel: Eine Schülerin bereitet eine Arie vor. Auf e-vocal findet sie alles zentral an einem Ort, gegliedert in drei Phasen des Opernbetriebs:


  • PHASE 1 (Sprache): Das Libretto wird im Rhythmus vorgesprochen.

  • PHASE 2 (Partienstudium): Audiofiles der Korrepetition in verschiedenen Tempi zum Auswendiglernen.

  • PHASE 3 (Dirigat): Videos mit Dirigent*in und Klavierbegleitung für die musikalische Abstimmung. Dadurch kommt die Schülerin sicherer in den Unterricht, und die Lehrkraft kann sofort an Interpretation und Technik arbeiten.


Angebote E-Vocal Academy


Welches konkrete Problem löst du für Musiklehrer*innen?

Lehrkräfte verlieren oft Zeit mit Grundlagen wie Rhythmus oder Text. e-vocal bündelt diese Vorbereitung. Besonders wichtig: Die Dirigentenvideos ermöglichen die Kommunikation mit der wichtigsten musikalischen Instanz schon viel früher in der Ausbildung. Schüler*innen erleben Führung und Atmung praktisch, was die Motivation enorm steigert.


Lohnt sich e-vocal auch für freischaffende Lehrpersonen?

Ja, absolut. Sie profitieren von einem professionellen digitalen Zusatzangebot ohne große Institution im Hintergrund. Das schafft Wettbewerbsvorteile, erhöht die Kundenbindung und modernisiert das eigene Image. Über den Pilotzugang können Lehrpersonen e-vocal drei Monate kostenlos mit bis zu fünf Schüler*innen testen.


Ist dein Angebot rein auf Gesang fokussiert?

Der Schwerpunkt liegt beim Gesang, da hier Sprache, Atem und Begleitung eng verknüpft sind. Die Plattform ist jedoch offen für andere: Es gibt bereits Angebote für Cello. Kern ist immer die Verbesserung des Lernens zwischen den Unterrichtseinheiten.


Richtet sich die Plattform primär an Fortgeschrittene?

Sie eignet sich für alle Niveaus. Während Fortgeschrittene die Repertoirearbeit vertiefen, lernen Einsteiger früh, strukturiert und musikalisch bewusst zu üben. Die Plattform ist flexibel einsetzbar – vom privaten Studio bis zur Hochschule. Zudem erstellen wir bei Bedarf on-demand Materialien.


Angebote E-Vocal Academy

Welchen Mehrwert bietet e-vocal in Zeiten von KI?

Digitaler Fortschritt sollte persönlichen Unterricht stärken, nicht ersetzen. Pädagog*innen sind für individuelles Feedback und menschliche Begleitung unverzichtbar. e-vocal schafft durch bessere Vorbereitung lediglich mehr Raum für das, was wirklich zählt: Klang, Persönlichkeit und Ausdruck.


Wo siehst du das Projekt in 10 Jahren?

Meine Vision ist eine international genutzte Lernumgebung für alle Bereiche der klassischen Musik. Wir wollen perspektivisch die gesamte zentrale Opernliteratur abbilden. Dabei wächst das Material durch die Zusammenarbeit mit hervorragenden Künstlerpersönlichkeiten stetig weiter.


Was kostet die Nutzung?

Nach dem kostenlosen Testzugang liegt der Preis bei ca. 249 Euro pro Jahr pro Lehrperson (inkl. Nutzung aller Schüler*innen). Es soll bewusst kein Luxusprodukt sein, sondern auch für einzelne Lehrpersonen und kleine Musikschulen erschwinglich bleiben.


Wo kann man sich anmelden?

Gesangspädagog*innen finden alle Informationen und den kostenlosen Testzugang unter: https://e-vocal.academy/voicecoach/


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