Gitarre spielen lernen für Kinder: Das müssen Eltern wissen
- Oli Kipfer

- vor 2 Stunden
- 6 Min. Lesezeit
Dein Kind will Gitarre lernen. Vielleicht hat es eine Band im Fernsehen gesehen, vielleicht spielt ein Schulfreund schon. Egal woher der Wunsch kommt: Er ist ein guter Anfang. Was viele Eltern dann beschäftigt, ist nicht die Frage, ob Gitarre die richtige Wahl ist. Sondern: Ab wann macht Unterricht Sinn? Welche Gitarre kaufe ich? Wie oft muss mein Kind üben? Öffentliche Musikschule oder Privatunterricht? Und was kann ich selbst tun, damit das Instrument nach drei Monaten nicht im Keller verstaubt? Dieser Artikel beantwortet genau das.

Ab welchem Alter kann ein Kind mit Gitarre beginnen?
Das empfohlene Einstiegsalter liegt zwischen 5 und 7 Jahren. Jüngere Kinder können theoretisch starten, brauchen aber eine Lehrperson mit viel Erfahrung in der Kleinkindpädagogik. Was das Alter weniger entscheidet als oft gedacht: Talent. Was es sehr wohl entscheidet: Feinmotorik und Konzentrationsspanne. Ein Kind, das zehn Minuten ruhig zuhören und gezielt nachahmen kann, ist bereit für den Gitarrenunterricht. Bei den meisten Kindern ist das ab etwa 6 Jahren verlässlich der Fall.
Ein weiteres Zeichen, das du nicht unterschätzen solltest: Das Kind fragt selbst danach. Intrinsische Motivation ist der stärkste Prädiktor für Durchhaltevermögen in der Musik.
Wenn du dich fragst, welche Instrumente in welchem Alter jeweils empfohlen werden, haben wir das in unserem Überblicksartikel ausführlich zusammengestellt.
Welche Gitarrengrösse ist die richtige für mein Kind?
Kinder brauchen ein Instrument in der richtigen Grösse. Eine zu grosse Gitarre macht das Greifen schmerzhaft und frustriert Kinder schnell.
Körpergrösse | Alter (ca.) | Gitarrengrösse |
bis 110 cm | bis 7 Jahre | 1/4-Gitarre |
110–130 cm | 5–9 Jahre | 1/2-Gitarre |
130–150 cm | 10–13 Jahre | 3/4-Gitarre |
ab 150 cm | ab 13 Jahre | 4/4 (Standardgrösse) |
Für kleine Kinder empfehlen sich Nylonsaiten. Sie sind weicher als Stahlsaiten und schonen die Fingerkuppen in der ersten Lernphase erheblich.
Bevor du kaufst: Ob sich Mieten in den ersten Monaten mehr lohnt als sofort kaufen, haben wir in diesem Artikel durchgerechnet:
Und falls du weisst, wo dein Kind die Gitarre kaufen soll, findest du hier unsere Übersichten zu den besten Gitarrenläden z.B. in Zürich oder Basel.
Akustisch oder elektrisch: womit soll mein Kind anfangen?
Die Antwort der meisten erfahrenen Gitarrenlehrer*innen ist klar: akustisch zuerst. Eine Akustikgitarre braucht weder Verstärker noch Kabel. Der Klang entsteht direkt durch die Saiten. Das ist ein grosser pädagogischer Vorteil: Das Kind hört sofort, wie viel Druck es braucht, wie ein Akkord klingt, wenn die Finger falsch liegen. Dieses direkte Feedback beschleunigt das Lernen.
Wenn dein Kind unbedingt E-Gitarre spielen möchte, ist das kein Grund zum Nein. Kinder, die schon ein Lieblingslied im Kopf haben und davon träumen, es irgendwann auf der Bühne zu spielen, bleiben oft motivierter. Sprich das mit der Lehrperson ab – sie kennt den besten Weg.
Wer auf der E-Gitarre starten will, findet hier einen ersten Überblick über Power Chords – die häufigsten Anfangsgriffe auf der E-Gitarre und welche Lieblingssongs damit sofort spielbar sind.
Was bringt Gitarrenunterricht meinem Kind ausserhalb der Musik?
Gitarre zu lernen ist nicht nur Musik. Es ist Training in Konzentration, Koordination und Frustrationstoleranz. Kinder, die ein Instrument lernen, üben jeden Tag, mit Fehlern umzugehen. Ein Akkord, der nicht klingt, ist kein Misserfolg – er ist eine Information: Finger etwas weiter links, etwas mehr Druck. Diese Haltung überträgt sich. In der Schule, im Sport, im Alltag.
Konkret stärkt Gitarrenunterricht:
Feinmotorik – das unabhängige Bewegen beider Hände auf verschiedenen Aufgaben ist eine der anspruchsvollsten motorischen Leistungen, die Kinder erlernen können
Konzentration – regelmässiges Üben trainiert die Fähigkeit, sich über eine definierte Zeitspanne fokussiert mit einer Sache zu beschäftigen
Selbstwirksamkeit – wenn ein Kind zum ersten Mal ein ganzes Lied durchspielt, merkt es: Ich kann etwas, das ich vorher nicht konnte. Das ist ein mächtiges Erlebnis

Wie lange dauert es, bis mein Kind ein Lied spielen kann?
Schneller als die meisten Eltern denken. Erste Akkorde sind nach wenigen Lektionen lernbar. Wer wissen möchte, welche vier Akkorde am Anfang am wichtigsten sind und mit welchen Songs man sie sofort üben kann, findet das hier.
Ein einfaches Lied mit zwei oder drei Akkorden ist für viele Kinder nach vier bis acht Wochen möglich. Ein vollständiges Repertoire, bei dem das Kind selbstständig Lieder lernen und spielen kann, entsteht erfahrungsgemäss nach etwa einem Jahr und rund 40 Lektionen – vorausgesetzt, das Üben zu Hause findet regelmässig statt.
Notenlesen ist übrigens kein Muss, zumindest nicht am Anfang. Die meisten Gitarrenlehrer*innen arbeiten anfangs mit Tabulatur, einem visuellen System, das direkt zeigt, wo die Finger auf der Gitarre sein müssen. Noten kommen, wenn sie sinnvoll sind.
Wie oft und wie lange soll mein Kind üben?
Die Antwort, die Eltern oft überrascht: lieber kurz und häufig als lang und selten. Zehn Minuten an fünf Tagen wirken besser als eine Stunde am Samstag. Das Gehirn braucht Wiederholung über die Zeit, nicht die Menge auf einmal. Kurze Übungseinheiten haben ausserdem einen praktischen Vorteil: Die wenigsten Kinder verhandeln zehn Minuten. Eine Stunde schon.
Was hilft, damit das Üben nicht zur täglichen Diskussion wird:
Fester Platz im Tagesablauf, zum Beispiel immer nach dem Znacht
Gitarre sichtbar im Zimmer aufstellen – kein Koffer
Alle drei bis vier Wochen eine kurze Aufnahme auf dem Handy machen und zusammen anhören. Kinder, die ihren eigenen Fortschritt hören, brauchen weniger äusseres Lob
Ein häufiges Phänomen: Nach den ersten Wochen flaut die Motivation ab. Warum das normal ist und was du dann konkret tun kannst, erklärt dieser Artikel.

Öffentliche Musikschule oder Privatunterricht – was passt zu meinem Kind?
Das ist eine der häufigsten Fragen von Eltern. Die Antwort hängt davon ab, was dir wichtig ist.
Öffentliche Musikschule
In der Schweiz gibt es ein gut ausgebautes Netz an öffentlichen Musikschulen, oft getragen von Gemeinden oder Kantonen und dem Verband Musikschulen Schweiz (VMS) angeschlossen. Diese Schulen bieten Unterricht auf einem soliden pädagogischen Niveau und sind in der Regel deutlich günstiger als Privatunterricht, weil sie mit Steuergeldern subventioniert werden.
Vorteile:
Günstigere Kosten durch Subventionierung
Strukturierter Lehrplan, oft mit Stufenprüfungen
Ensemble-Angebote und Konzerte fördern das soziale Musizieren
Geprüfte und staatlich anerkannte Lehrpersonen
Nachteile:
Wartelisten – vor allem in städtischen Gebieten können Wartezeiten von mehreren Monaten bis zu einem Jahr entstehen
Feste Zeiten und Orte – kaum Flexibilität bei Terminen
Wenig individuelle Anpassung: Der Lehrplan ist meist standardisiert
Keine kurzfristige Lehrpersonen-Wahl – du nimmst, wer verfügbar ist
Privatunterricht
Privatunterricht bei einer selbstgewählten Lehrperson bedeutet: vollständige Flexibilität bei Terminen, direkter Kontakt, individuelles Tempo und ein Repertoire, das sich am Kind orientiert – nicht an einem Lehrplan.
Vorteile:
Sofortiger Start – keine Warteliste
Flexible Termine, Ort und Lektionslänge
Lehrperson passt Unterricht konsequent ans Kind an – Lieblingslieder, Lernstil, Tempo
Direkte Elternkommunikation über Fortschritte
Lehrperson kann gewechselt werden, wenn das Passt nicht stimmt
Nachteile:
Höhere Kosten (CHF 60–120 pro Lektion, je nach Erfahrung und Standort)
Mehr Eigenverantwortung bei der Auswahl einer qualifizierten Person
Unser Rat
Die öffentliche Musikschule ist eine gute Option, wenn das Budget eng ist, du auf Wartelisten geduldig warten kannst und dein Kind in einem strukturierten Rahmen lernt. Privatunterricht lohnt sich, wenn du sofort starten möchtest, maximale Flexibilität brauchst und eine enge Beziehung zwischen Kind und Lehrperson wichtig ist.
Viele Eltern starten mit Privatunterricht, weil der Einstieg sofort möglich ist – und wechseln später oder kombinieren. Du findest qualifizierte Gitarrenlehrer*innen für Kinder in deiner Nähe auf Matchspace Music.

Was macht eine gute Gitarren-Lehrperson für Kinder aus?
Fachkompetenz ist selbstverständlich. Was Kinder zusätzlich brauchen, ist eine Lehrperson, die weiss, wie man sie begeistert hält.
Konkret heisst das:
Sie passt das Repertoire laufend an. Ein Stück, das monatelang nicht besser wird, ist ein Motivationskiller. Eine gute Lehrperson erkennt das und greift vorher ein.
Sie holt Lieblingssongs der Kinder ins Unterrichtsgespräch. Wer auf dem Weg zu seinem Lieblingslied ist, übt freiwillig.
Sie kommuniziert mit den Eltern – nicht täglich, aber regelmässig: Wo steht das Kind? Was braucht es zu Hause?
Sie reagiert auf die Persönlichkeit des Kindes. Ein ruhiges, analytisches Kind braucht anderen Unterricht als ein impulsives, kreatives.
Das Verhältnis zwischen Kind und Lehrperson ist genauso wichtig wie die Qualifikation. Wenn dein Kind nach den ersten Stunden keine Lust mehr hat, überprüfe zuerst das Passen, bevor du die Motivation deines Kindes hinterfragst.
Was kostet Gitarrenunterricht für Kinder in der Schweiz?
Privatunterricht bei einer qualifizierten Lehrperson liegt in der Schweiz je nach Erfahrung und Standort zwischen CHF 60 und CHF 120 pro Lektion (45 Minuten). Je nach Angebot profitierst du von grösseren Abos mit z.B. 20 Lektionen (15% Rabatt). Dies entspricht ca. einem Semester bei einer Musikschule.
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Gitarrenunterricht in Bellinzona
Gitarrenunterricht in Delsberg
Gitarrenunterricht in Erstfeld
Gitarrenunterricht in Frauenfeld
Gitarrenunterricht in Freiburg Im Üechtland
Quellenverzeichnis
Alle verlinkten Quellen wurden im Rahmen der Artikelrecherche konsultiert und stützen die im Text gemachten Aussagen.
Empfohlenes Einstiegsalter und Instrumente Musikinstrumente spielen lernen: Ab welchem Alter macht es Sinn? – Matchspace Music Blog
Gitarre – Grundlagen, Aufbau und Einstieg Gitarre spielen lernen – Anleitung für Einsteiger*innen – Matchspace Music Blog
Üben und Motivation Warum das Üben nach ein paar Wochen schwierig wird – und was dann hilft – Matchspace Music Blog
Erstes Repertoire und Akkorde Die wichtigsten vier Gitarrenakkorde für Anfänger*innen – Matchspace Music Blog
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und vom Matchspace Music Team redaktionell geprüft, ergänzt und freigegeben.
Verfasser (Olivier Kipfer, Marketing und Mitgründer, Matchspace Music)










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